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Rezensionen

„Träume, die ich uns stehle“ von Lily Oliver

Lisa Januar 26, 2018

Bildquelle: Droemer Knaur

Träume, die ich uns stehle von Lily Oliver ist eine berührende Liebesgeschichte und schon der zweite Roman, den ich von dieser Autorin gelesen habe.

Zum Inhalt

Lara kann nicht aufhören zu reden. Ein Zwang treibt die an Amnesie leidende junge Frau dazu, ihre Erinnerungslücken mit Worten zu füllen. Längst hört ihr keiner mehr zu, außer in den Therapiestunden, die sie als Patientin der Psychiatrie bekommt. Bis sie Thomas findet. Lara weiß, es ist falsch, ihre Verzweiflung über ihre Amnesie auf ihn abzuladen, denn Thomas liegt im Koma. Dennoch schleicht sie sich immer wieder zu ihm und bemerkt bald, dass er auf ihre Stimme reagiert. Lara beschließt, Thomas eine Geschichte zu erzählen: eine Liebesgeschichte zwischen ihr und ihm, die bald für beide realer wird als ihr Dasein im Krankenhaus. Ein Traum von Liebe, an den sich beide klammern und der die Kraft hätte, nicht nur Thomas aus der Dunkelheit zu holen, sondern auch Lara. Doch beide ahnen nicht, was für eine erschütternde Wahrheit in den Tiefen von Laras Geschichte auf sie wartet … (Droemer Knaur)

Meine Meinung

Die Besonderheit der Geschichte hat mich von Beginn an gefesselt. Die Kapitel werden aus Laras Sicht erzählt, allerdings ist diese sehr eingeschränkt, denn Lara leidet unter Erinnerungsverlust und hat Schwierigkeiten, die Wirklichkeit von ihrer Einbildung zu unterscheiden. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Episoden aus Thomas Sicht. Diese Abschnitte sind sehr interessant geschrieben und eine Mischung aus Traum und Wahrnehmungen seiner Umgebung, schließlich spiegeln diese Abschnitte Thomas komatösen Zustand wider.

Der ganze Roman ist geprägt von Geheimnissen und Unklarheiten. Das macht ihn so faszinierend. Lily Oliver kreiert eine ganz eigene Realität für Lara, die so authentisch wirkt und doch gleichzeitig immer wieder Lücken aufweist, sodass es für die Leser fast unmöglich ist, den Durchblick zu behalten. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Lara entführt die Leser in ihre Welt und die ist viel zu schön, um wahr zu sein. Bis zum Ende hin steigert sich die Spannung beim Lesen, sodass ich das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand gelegt habe, bis ich es zu Ende gelesen hatte. So viel Spannung in einem Liebesroman unterzubringen ist eine Kunst und es lohnt sich, dem Buch eine Chance zu geben.

Es gibt auch eine Reihe kleinerer Nebenhandlungen, wie zum Beispiel der Youtube Channel von Laras magersüchtiger Zimmernachbarin. Dieser Teil der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Olesja ist ein sehr origineller und unerwarteter Charakter, sie spricht nicht richtig Deutsch, aber zum Ende des Romans hin, kommunizieren die beiden jungen Frauen miteinander und unterstützen sich.

Interessant finde ich auch die Verflechtung moderner Medien. Zum einen durch den obengenannten Youtube-Channel und zum anderen durch den Blog von Thomas, über den Lara die Möglichkeit hat, private Informationen über Thomas zu sammeln. Lily Oliver geht hier wirklich mit der Zeit. Schockiert hat mich besonders der Einsatz des Blogs, um herauszufinden, was für ein Leben Thomas gewollt hätte, da er ja selbst nicht in der Lage ist, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Ich kann mir nur vorstellen, wie es für Angehörige sein muss, wichtige Entscheidungen für ihre Lieben zu treffen, wenn diese es nicht mehr selbst tun können und die Vorstellung, dass man dazu auf die Web-Präsenzen der Personen zurückgreifen kann, finde ich erschreckend, weil man doch Gefahr läuft, Dinge falsch zu interpretieren.

Das Ende des Romans ist traurig-schön. Eine bessere Beschreibung gibt es dafür einfach nicht. Gerade das letzte Kapitel hat nochmal die unschönen Seiten des Lebens aufgezeigt, aber gleichzeitig auch Hoffnung gemacht, dass aus ursprünglich Schlechtem etwas Gutes hervorgehen kann.

Mein Fazit

Das Buch ist abwechselnd herzerwärmend und herzzerreißend. Es regt zum Nachdenken an und hat mir vor Augen geführt, wie schwer das Leben sein kann und was es für einen Menschen bedeutet, wenn schlimme Vorkommnisse die Seele belasten. Eine klare Leseempfehlung an euch, wenn ihr nach einem schönen, romantischen Buch für ruhige Stunden sucht.

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Träume, die ich uns stehle | Lily Oliver | Knaur | 400 Seiten  | 02.11.2017  | 9,99€ (D) | Paperback

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3 Comments

  1. Andrea Februar 10, 2018

    (1/2)

    Hallo Lisa,

    das ist der erste Beitrag den ich von Dir lese, daher muss ich einmal sagen: richtig schöner Blog! Man merkt Deine vorhergehende Erfahrung. Diese Slideshow von Buchbildern ganz unten finde ich auch super schön!

    Ich habe das vorhergehende Buch von Lily Olliver gelesen, „Die Tage, die ich Dir verspreche“. Es scheint so,

    Antworten
    1. Andrea Februar 10, 2018

      (2/2)

      als wenn sie sich immer schwierige Medizinische Situationen vornimmt. Aber diesmal ja sogar gleich zwei (Amnesie und Koma)! Und auch wieder sehr anspruchsvolle Ich-erzähl-Perspektiven, sowie ein paar moderne Hobbies (Youtube, Blog…, letztes Mal war es ja das Geocachen). Interessant!

      Ein bisschen tut mir leid, dass ihrer Titel und Cover jetzt scheinbar immer sehr ähnlich ausfallen sollen.

      1. Lisa Februar 15, 2018

        Hallo Andrea,

        danke für deine lieben Worte 🙂
        Ja, Lily Oliver scheint ein Faible dafür zu haben, aber sie macht das auch ganz fantastisch. Das erste Buch hat mir auch schon super gefallen, deswegen wollte ich dieses hier auch so gerne lesen.
        Stimmt! Das Geocachen hatte ich schon wieder ganz vergessen, aber das fand ich damals auch schon ziemlich cool.

        Liebe Grüße 🙂

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