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„Bestseller“ von Beka Adamaschwili

Dank der Frankfurter Buchmesse habe ich meinen literarischen Horizont erweitert und mich einem georgischen Buch gewidmet. Bestseller wirbt nicht nur mit seinem originellen Namen, sondern auch mit einem farbenfrohen Cover, das mich in der Buchhandlung direkt angesprochen hat. Beka Adamaschwili hat ein grandios lustiges Buch geschrieben, dass mich mit seinen vielen literarischen Anspielungen zum Lachen gebracht hat. Ich gebe es gerne zu: Mein erster georgischer Roman hat mich keineswegs enttäuscht!

Danke an meine zwei Lesebuddys Juliane von I am Jane und Ursula von Leseverliebt, dafür, dass ihr mich zu dem Buch überredet habt, obwohl ich ja AUF KEINEN FALL ein Buch kaufen wollte!

Zum Inhalt von Bestseller

Pierre Sonnage ist als Schriftsteller eher erfolglos und er beschließt seinen Erfolg voranzutreiben, indem er sich kurzerhand umbringt. Doch statt literarischer Unsterblichkeit, landet er in der Literatenhölle, wo Schriftsteller für ihre literarischen Sünden gequält werden. In seiner persönlichen Hölle muss Pierre ein Rätsel lösen und dabei begegnet er den verschiedensten Schriftstellern.
Bestseller Inhalt

Herrlich ironisch

Beka Adamaschwilis Roman ist unglaublich witzig und sehr ironisch. Er macht sich über die schriftstellerischen Eigenarten berühmter und zeitloser Autoren lustig, indem er ihren Stil nachamt. Insgesamt ist es eine ziemlich intelligente Art des Humors und damit die Leserinnen und Leser auch folgen können, nutzt Adamaschwili Fußnoten, in denen er auf lustige Art seine Anspielungen erklärt, besonders die weniger offensichtlichen.

Schriftsteller

„In Kürze wird Goethes neues Energieprojekt umgesetzt, und mehr Licht wird diesen Ort fluten“, plauderte Dante über die Zukunftspläne der Bakerstreet.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen für die komischen literarischen Anspielungen (Goethes letzter Satz vor seinem Tod soll „mehr Licht“ gewesen sein). Insgesamt wäre es interessant mal durchzuzählen, wie viele Schriftsteller Adamaschwili hier auf die Schippe nimmt. Nicht alle habe ich gekannt geschweige denn selbst gelesen, aber trotzdem habe ich durch die Fußnoten den Witz hinter den meisten verstanden.
Zwei zentrale Schriftsteller in der Handlung sind Arthur Conan Doyle und Edgar Allan Poe.

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Erzählstruktur

Die Erzählstruktur in Bestseller ist etwas kompliziert. Es gibt den Erzähler, der scheinbar nicht der Autor ist, da er immer nur von „der Autor“ spricht. Der Erzähler verfasst dafür die Fußnoten. Dann gibt es Pierre Sonnage, der natürlich eine ganz wichtige Rolle einnimmt und es gibt einen weiblichen Fan Pierres, die sein neuestes Buch liest und versucht Pierres Rätsel in seinem letzten Werk zu lösen.

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Ich finde es ist eine große Leistung, ein Buch über Literatur zu schreiben. Die vielen literarischen Anspielungen allein sind schon witzig, aber Adamaschwili erfindet auch noch ironisch bedeutungsschwere Zitate aus Büchern Pierre Sonnages. Außerdem ist die ganze Handlung noch ziemlich verworren und erst gegen Ende wird das größte aller Rätsel im Buch gelüftet.

Große Verwirrung

Ich bin bei den vielen Rätseln irgendwann ausgestiegen und habe gegen Ende nicht mehr so ganz durchgeblickt. Dennoch haben mir die Rätsel sehr gut gefallen und ich finde es toll, dass nicht alles klar ersichtlich ist. Für mich hatte das Buch zwei sehr überraschende Wendungen, die das Lesevergnügen in jedem Fall gesteigert haben.

Mein Fazit

Wenn du noch kein georgisches Buch gelesen hast, ist Bestseller ein super Einstieg. Es ist witzig und abwechslungsreich, sodass es für spannende Lesestunden sorgt. Außerdem ist es wirklich kurzweilig. Für alle Bücherwürmer ist es allein wegen der vielen Anspielungen auf Zitate und Eigenarten verschiedener berühmter Schriftsteller ein Muss.

Das große HIGHLIGHT zum Schluss

ICH HABE IHN GETROFFEN! Ich bin Beka Adamaschwili auf der Buchmesse begegnet! Ich war super enttäuscht, weil ich wegen der Zugverbindung nicht zu seiner Lesung gehen konnte, aber das Buch hatte ich jetzt nun mal mit in Frankfurt. Also habe ich es am Messesamstag in die Handtasche gesteckt und hatte vorgenommen, die Augen offen zu halten. Und in der Georgien-Ausstellung habe ich ihn tatsächlich gesehen! Zum Glück stand schon jemand mit Bestseller in der Hand vor ihm, sonst hätte ich ihn wohl dennoch nicht erkannt. Er sah unheimlich jung aus, und er war total nett. Ich habe dann erst der Frau vor mir meinen Kuli geliehen, damit er signieren konnte und dann hat er auch mein Buch signiert. Sogar mit einer Widmung auf Deutsch, weil er das in der Schule gelernt hat. Ein junger, sympathischer Kerl der ein tolles Buch geschrieben hat. Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben.

Bestseller | Beka Adamaschwili | Voland & Quist | 2017 | 176 Seiten | 18,00€ (D) | Hardcover | übersetzt aus dem Georgischen von Sybilla Heinze

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Ich hatte es auch schon mehrfach in der Hand, hab es aber noch nicht gekauft. Das hört sich wirklich interessant an 🙂

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