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„Der Abgrund in dir“ von Dennis Lehane

Dennis Lehanes neuer Krimi ist für mich gleichzeitig das erste Buch von Lehane gewesen und nach allem was ich mittlerweile so im Internet gelesen habe, ist es vielleicht nicht das beste Buch um Lehane lieben zu lernen. Aber von vorne:

Wer bin ich?

Das ist die zentrale Frage mit der sich die erste Hälfte des Buches beschäftigt. Rachel Childs ist erwachsen, ihre Mutter ist tot, ihr Vater ist unbekannt, weil ihre Mutter Rachel zu Lebzeiten darüber im Unklaren gelassen hat wer ihr Erzeuger war. Der zwanghafte Drang Rachels Mutter, ihre Tochter von sich abhängig zu machen, haftet Rachel noch immer an und um inneren Frieden zu finden, versucht sie, Informationen über ihren Vater herauszufinden.

Sie hatte zu wissen geglaubt, wie sich Einsamkeit anfühlt, aber das stimmte nicht. Eine Illusion hatte ihr Gesellschaft geleistet, der Glaube an einen Götzen. Ein mythischer Vater.

Rachels Persönlichkeit wird sehr langwierig aufgebaut. Die Leser erfahren sowohl was in ihrem Leben so vorgeht, als auch wie Rachel sich dabei fühlt und das über einen breiten Zeitraum ihres Lebens. Für mich war sie allerdings einfach keine besonders komplexe Person. Es ist natürlich interessant, viel über ihr Leben zu erfahren. Allerdings gab es Handlungsstränge, die einfach absolut nichts zur Story beigetragen haben, so wie zum Beispiel Rachels erste Ehe und die Suche nach ihrem Vater. Diese beiden Elemente sind in der Hälfte des Buches sehr wichtig, in der zweiten Hälfte allerdings nicht mehr von Bedeutung.

Die Spannung, die ich von einem Buch erwarte, dass auf dem Buchrücken mit „Psychologischer Thriller“ beworben wird, habe ich sehr lange vermisst. Irgendwie wollte dieser Lehane-Roman einfach nicht so richtig in die Gänge kommen und die Handlung plätscherte so vor sich hin. Auf den letzten Seiten des Romans änderte sich das allerdings schlagartig und endlich kommt Spannung auf. Leider eben etwas spät.

Auf der Heimfahrt schaute sie aus dem Zugfenster, aber es war Nacht, und von den Städten war nichts zu sehen als verschwommene Lichtflecken in der Dunkelheit. Meistens sah sie überhaupt nichts. Nur ihre eigene Spiegelung. Nur Rachel. Immer noch allein. Immer noch auf der falschen Seite des Spiegels.

Der Buchrücken verspricht den Lesern auch eine Liebesgeschichte, die ich wiederum sehr gelungen fand. Rachel hat so ihre Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten und eigentlich hat sie keine nennenswerten Freunde, ja nicht mal gute Bekannte. Brian, der Privatdetektiv, den Rachel engagiert um ihren Vater zu finden, begegnet Rachel immer wieder im Leben und er sagt immer das Richtige zur richtigen Zeit. Die Geschichte der beiden ist unaufgeregt und sympathisch. Sie ist fast schon zu schön, weswegen die große Wendung eigentlich nicht sehr überrascht. Aber ein paar Überraschungsmomente birgt das Buch dann doch noch. Gegen Ende habe ich mich nicht mehr gelangweilt, und das wirst du auch nicht. Es lohnt sich also durchzuhalten.

Mein Fazit zu Der Abgrund in dir

Der Abgrund in dir ist ein interessantes Buch mit einem sehr spannenden Ende. Davor hat es leider ein paar Längen und einige Dinge hätte man wirklich etwas abkürzen können. Dennis Lehane hat trotzdem einen tollen Schreibstil und gerade gegen Ende sind mir die Protagonisten sehr sympathisch geworden, weil sie erst dann richtig aufblühen. Nach dem was ich gehört habe, ist Der Abgrund in dir nicht das beste Buch von Lehane, dennoch ist es lesenswert. Ich habe mir bereits ein anderes Buch von ihm gekauft und du erfährst natürich wie es mir gefällt, sobald ich es gelesen habe.

Der Abgrund in dir | Dennis Lehane | Diogenes | übersetzt von Steffen Jacobs und Peter Torberg | 29.08.18 | 528 Seiten | 25€ (D)

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Liebe Lisa,
das Buch liegt auch noch auf meinem Nachttisch. Ich mag die Bücher von Lehane sehr gern. Doch bei diesem habe ich bisher gezögert. Ich weiß nicht, warum. Doch wenn ich bei dir lese, dass es so seine Längen hat, bin ich froh auf mein Bauchgefühl gehört zu haben. Das Buch läuft mir ja nicht weg;)

Viele liebe Grüße
Mareike

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