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„High Clear Bell of Morning“ von Ann Eriksson

Kennt ihr diese besonderen Büchern, die man schnell verschlingt und die einen trotzdem noch lange beschäftigen? So ein Buch ist High Clear Bell of Morning. Das Buch der Kanadierin Ann Eriksson habe ich gelesen, weil sie eigentlich zu uns in die Vorlesung an der Uni kommen sollte. Das hat leider am Ende nicht geklappt, aber ich bin wirklich froh, das Buch dennoch gelesen zu haben. High Clear Bell of Morning ist leider (noch?) nicht ins Deutsche übersetzt worden, aber auf Englisch fand ich es angenehm zu lesen und denke, dass es auch mit einem mittelmäßigen Englischlevel verständlich wäre.

Zum Inhalt von High Clear Bell of Morning

Das Buch ist sehr kanadisch und handelt von Walen. Glen ist Meeresbiologe und erforscht Wale. Gleichzeitig hat er mit seinem Familienleben alle Hände voll zu tun. Ruby, seine Tochter leidet unter psychischen Problem, die ihr Leben stark einschränken. Und dann entdeckt Glen auch noch Gemeinsamkeiten zwischen Rubys psychischer Krankheit und einem toten, angespülten Killerwal.

Meine Meinung

Der Roman High Clear Bell of Morning ist eine interessante Kombination aus Familiengeschichte, ökologischem Roman und Bewusstmachung mentaler Krankheiten. Es geht in erster Linie um Ruby, die zu Beginn des Romans noch keine Diagnose hat und sich merkwürdig paranoid verhält. Auch ihrer Familie ist noch nicht ganz klar, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

She returned to her desk and the blank page, but it was no good. Her mind ricocheted from one thought to another, the words refusing the constraints of grammar and syntax. Joyce’s characters jostled in her head, lips moving but voices as inaudible as crabs scuttling across the ocean bottom (S.17)

Es ist interessant wie Ann Eriksson die Geschichte aus Rubys Sicht beschreibt und den Leserinnen und Leser dabei Einblicke in Rubys kranke Psyche gewährt.

Auch Glens Perspektive ist spannend, da er sehr unbeholfen im Umgang mit Ruby ist. Er macht eine große Entwicklung durch und ich habe ein hohes Maß an Verständnis für Glen und sein Verhalten erlangt. Glechzeitig bekommt man mit Glens Frau, Rubys Mutter, einen Gegenentwurf zum Elternteil eines psychisch kranken Mädchens. Sybil versucht Verständnis aufzubringen, scheitert aber letztendlich und tut was nötig ist, um sich selbst zu retten, während Glen eher bereit ist für Ruby unterzugehen und sich aufzugeben. Beide Perspektiven sind faszinierend und schockierend. Es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Ann Eriksson nutzt auch die aktuelle ökologische awareness in High Clear Bell of Morning. Nachdem Glen in seinem und Rubys Blut Ähnlichkeiten mit dem Blut eines toten Wals entdeckt hat, fängt er an nachzuforschen und sieht die Ursache für Rubys psychischem Zustand in durch die Ernährung aufgenommenen Pestiziden. Deshalb stellt er radikal seine Ernährung um und versucht andere auch davon zu überzeugen. Ich fand diese Verknüpfung von dem Walsterben und den psychischen Problemen Rubys sehr gut gemacht.

Das Buch ist sehr bewegend und hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Viele Elemente sind verstörend, wenn man so darüber nachdenkt und die Handlung hat mich manchmal wirklich aufgewühlt. Es gelingt Ann Eriksson zum einen ganz wunderbar auf die Probleme von Menschen mit psychischem Problemen aufmerksam zu machen. Zum anderen widmet sich der Roman auch ganz speziell den Angehörigen von Personen mit psyschischen Krankheiten. Am Ende schafft sie es, den Leserinnen und Lesern auch ein Stück der Verantwortung zuzuschieben, indem sie auf die Probleme verweist, die durch Pestizide hervorgerufen werden können. Alles in allem ist High Clear Bell of Morning ein sehr gelungener, ökologischer Roman, die ich allen ans Herz lege, die gerne auf Englisch lesen.

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