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Rezensionen

„Maybe Someday“ von Colleen Hoover

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Maybe Someday ist aus drei Gründen ein besonderes Buch:

  1. Die Handlung ist anders als erwartet.
  2. Die Protagonisten sind Individuen und haben Persönlichkeit.
  3. Das Buch kommt mit einer ganzen Reihe Extras.

Zum Inhalt von Maybe Someday

Coverbild Maybe Someday / Maybe Not von Colleen Hoover, ISBN-978-3-423-71788-5

Bildquelle: dtv

Als Sydney ihren Freund in flagranti mit ihrer Mitbewohnerin erwischt, sucht sie spontan Zuflucht bei ihrem Nachbarn, dem Gitarristen Ridge und seinem Mitbewohner Warren. Das Letzte, was Sydney will, ist, sich in Ridge zu verlieben – denn Ridge hat eine Freundin. Doch als sie das erfährt, ist es schon zu spät …(Text von dtv)

1) Die Handlung ist anders als erwartet

Aufbau

Der Aufbau des Buches ist interessant. Es beginnt damit, dass man erfährt, dass Sydney betrogen wurde und nicht weiß, wo sie hingehen soll. Colleen Hoover geht direkt in medias res und man kommt als Leser eigentlich kaum hinterher, weil man die ganzen Protagonisten noch gar nicht kennt. Nach dem Prolog macht die Geschichte dann einen Sprung um zwei Wochen in der Zeit zurück und man bekommt die Handlung diesmal chronologisch erzählt. So erfährt man auch wie Sydney und Ridge sich kennen lernen.

Wendung

Die große Überraschung kommt danach, wenn man das „Was bisher geschah“ gelesen hat und Sydney bei Ridge in der Wohnung Unterschlupf gefunden hat. Denn es stellt sich heraus, dass Ridge taub ist. Colleen Hoover hat das sehr geschickt eingefädelt, denn Ridge und Sydney haben sich stets über SMS unterhalten. Das vermittelt den Lesern den Eindruck, Ridge bereits zu kennen, sodass es für mich überraschend war, zu erfahren, dass er taub ist.

Diese Thematik in Maybe Someday hat mir sehr gut gefallen. Seine Taubheit spielt häufig eine Rolle, was ich sehr interessant fand, aber ich finde auch nicht, dass es unnötig in den Vordergrund gerückt wird. Es spinnt sich perfekt in die Geschichte des Romans ein und lässt den Leser einen Blick auf das Leben als gehörlose Person werfen. Zum Beispiel erfährt man, dass die Mitbewohner das Licht in seinem Zimmer an- und ausschalten, statt an seine Tür zu klopfen.

Beziehungsdrama

Ridge ist nicht die einzige gehörlose Person in Maybe Someday. Seine Freundin Maggie spielt auch eine Rolle. Sie hat noch ein bisschen Hörvermögen und im Gegensatz zu Ridge spricht sie auch. Außerdem ist sie total liebenswert. Das macht die Geschichte noch interessanter, denn Ridge ist mit Maggie zusammen und liebt sie. Trotzdem verliebt er sich gleichzeitig in Sydney. Das klingt vielleicht im ersten Moment nach einem ziemlichen Arsch. Aber im Roman habe ich Colleen Hoover diese Zwickmühle echt abgekauft. Ridge ist wirklich ein treuer Typ und hat gar keine Hintergedanken, als er Sydney anbietet, bei ihnen zu wohnen. Außerdem hat er fest vor, mit seiner großen Liebe Maggie zusammenzubleiben, da sie ihm viel bedeutet. Letztendlich ist Maggie für mich die eigentlich starke Person der Geschichte. Dieser New Adult Roman ist sehr facettenreich.

2) Die Protagonisten sind Individuen und haben Persönlichkeit

Wo ist der Bad Boy? Wo die Zicke? Wo das Eifersuchtsdrama? Maybe Someday erfüllt kein Klischee. Stattdessen stellt er uns drei unabhängige Personen vor, die alle mit dem zu kämpfen haben, was das Leben ihnen gegeben hat.

Die Betrogene

Sydney wurde nicht nur von ihrem Freund, sondern auch noch von ihrer besten Freundin betrogen. Sie ist plötzlich obdachlos und ihre Welt steht Kopf. Erst mal versinkt sie in Selbstmitleid, aber Ridge hilft ihr sich wieder aufzubauen. Sie weiß von seiner Freundin und hat nicht vor, Maggie das anzutun, was ihr angetan wurde. An der Stelle ist es allerdings leicht vorherzusehen, dass zwischen Ridge und Sydney wohl doch irgendwann etwas laufen wird. Trotzdem ist Sydney Ridge nicht einfach so verfallen und blind vor Liebe. Sie verabscheut Maggie nicht, weil sie mit Ridge zusammen ist. Ich finde, dass sie wie eine starke Person rüberkommt.

Loverboy

Ridge ist schon von Hoovers Grundidee ein besonderer Protagonist. Er ist gehörlos und spielt grandios Gitarre. Außerdem hat er einen schwierigen familiären Hintergrund. Außerdem ist er total sympathisch. Er liebt seine Freundin Maggie und kümmert sich total um sie, auch wenn sie vor allem ihre Unabhängigkeit bewahren will. Trotz seiner Liebe zu Maggie verliebt er sich auch in Sydney und trifft deshalb ein paar miese Entscheidungen im Verlauf der Geschichte. Aber seine Probleme sind irgendwie echt und nachvollziehbar.

Das Opfer???

Maggie spielt zwar nicht die ganze Zeit eine Rolle, aber sie ist eine sehr wichtige Person. Das Leben hat ihr übel mitgespielt, denn zusätzlich zur Gehörlosigkeit hat sie noch eine Krankheit, die sie in absehbarer Zeit wohl das Leben kosten wird. Trotzdem ist sie fest entschlossen, dass Leben nach ihren Vorstellungen zu leben und so unabhängig wie möglich zu sein. Sie liebt Ridge, der ihr ein wirklich guter Freund ist und sie ist natürlich wütend, als sie erfährt, dass Ridge Gefühle für Sydney hat. Sie ist sehr reflektiert und letztendlich ist ihr das Happy End des Buches zu verdanken, daher ist sie eindeutig kein Opfer sondern eine sehr starke Persönlichkeit in Maybe Someday.

Ich finde, dass Colleen Hoover in diesem Buch wenig Klischees bedient und stattdessen eigene Charaktere erschafft.

3) Das Buch kommt mit einer ganzen Reihe Extras

Auf der letzten Seite meines Ebooks stand der Hinweis, einen Blick auf die Website zu werfen. Wenn es schon eine Seite eigens für das Buch gibt, wollte ich mir die auch wenigstens anschauen.

Auf dieser Seite finden sich die Songs des Buches. Da Ridge Gitarre spielt und Sydney die Texte für die Band seines Bruders schreibt, geht es in Maybe Someday immer wieder um Musik. Die Texte sind im Buch auch verschriftlicht und man kann als Leser zum Teil Entstehungsprozess verfolgen. Wer es allerdings lieber vertont mag, kann während dem Lesen die passenden Songs laufen lassen. Das ist quasi ein 3D-Leseerlebnis. 

Außerdem gibt es auf der Seite noch einen Epilog auf Maggies Sicht. Das ist echt super, weil Maggie eine tolle Protagonistin ist, die am Ende leider nicht mehr vorkommt. Für den Epilog braucht man allerdings ein Passwort, welches das letzte Wort des Buches ist. Wenn man es auf Deutsch gelesen hat, muss man eventuell etwas rumprobieren, da natürlich das letzte Wort aus dem Englischen gemeint ist.

Diese Zusatzmaterialien haben das Lese-Erlebnis komplettiert und ich finde es toll, dass Colleen Hoover die Möglichkeit genutzt hat, die Songs aufnehmen zu lassen.

Mein Fazit

Colleen Hoover ist ein echter Profi und weiß wie man tolle Bücher schreibt. Maybe Someday dient als Beweis. Es ist ein rührende Geschichte voller Gefühl und ich empfehle sie guten Gewissens weiter. 

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