Wenn Du gerne Bücher liest, kennst Du das sicher: Ein wahnsinnig spannender Cliffhanger am Ende eines Romans raubt Dir den Schlaf. Oder: Eine überraschende Wendung in einem Krimi weckt bei Dir akuten Redebedarf. Nichts ist schöner, als sich dann mit Freunden über das Buch auszutauschen, gemeinsam das Ende zu besprechen und Lieblingsszenen oder -personen zu vergleichen.

Leider hat nicht jede von uns einen belesenen Freundeskreis und der Buchgeschmack ist natürlich auch veschieden, sodass man dann doch oft alleine mit seinen Gedanken bleibt. Aber keine Sorge, denn ich habe gute Nachrichten für Dich: Das 21. Jahrhundert macht es möglich! Es gibt viele leseverrückte Menschen in Deutschland und der Welt und Dein nächster Buchplausch wartet schon auf Dich! Du musst nur die richtige Plattform für Dich finden.

Wie finde ich die richtige Bücher-Plattform für mich?

Die alles entscheidende Frage ist also nicht, ob es da jemanden gibt, mit der du Dich austauschen kannst, sondern eher, wo Du diese Menschen findest. Aber auch da brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Es gibt nähmlich eine Sache, die Leseratten magisch anzieht. Und das sind Bücher. Online gibt es viele Plattformen, auf denen sich Menschen tummeln, die gerne lesen und Bücher besprechen. Nicht alle Seiten haben die gleichen Funktionen. Deshalb stelle ich Dir einige Plattformen vor und teile meine Erfahrung mit Dir.

Bevor Du Dich auf die Suche nach der richtigen Plattform für Dich machst, solltest Du Dir überlegen, wonach Du eigentlich suchst. Suchst Du eine Möglichkeit Deine Rezensionen und Deinen Leseeindruck von Büchern mit anderen zu teilen? Möchtest Du mit Menschen in direkten persönlichen Kontakt kommen? Möchtest Du eher anonym bleiben oder gibst Du auch gerne Dinge von Dir preis? Wirst Du selbst aktiv Beiträge verfassen oder bleibst Du lieber stumme Beobachterin? Dies sind Fragen, die Du Dir vorher stellen kannst, um schon mal auszuloten, wohin Deine Lesereise Dich führen soll. Meine Auswahl an Plattformen wird Dir einen Überblick geben, damit Du besser einschätzen kannst, welches Online-Format am besten zu Dir passt.

Bücher kaufen und rezensieren

Wenn Du im Netz vor allem Bücher kaufen und bewerten möchtest, dann sind die großen (Online-)Buchhändler die richtige Adresse für Dich. Es gibt mehrere Händler, die Bewertungen auf ihren Seiten ermöglichen und ich habe beispielhaft drei sehr bekannte herausgesucht.

Amazon, Thalia, Hugendubel und Co.

Gleich vorweg: Kaufe Bücher besser nicht auf Amazon. Wenn Du noch nicht Bescheid weißt, findest du im offenen Brief von Literaturagent Thomas Montasser gleich mehrere Gründe, warum Du Bücher lieber nicht beim großen, bösen A kaufen solltest. Zum Rezensieren eignet sich die Plattform aber trotzdem und Autorinnen profitieren von guten Bewertungen bei Amazon.

Aber auch andere Buchhändler bieten natürlich die Möglichkeit, Bücher auf ihren Plattformen zu bewerten und anderen potenziellen Käufern so eine erste Orientierung beim Bücherkauf zu geben. Du brauchst dafür ein Konto auf der entsprechenden Seite und dann kannst Du Deine Rezension verfassen. Allerdings gibt es quasi keine Interaktion auf diesen Plattformen. Bei Amazon können andere Kundinnen angeben, ob sie Deine Rezension hilfreich fanden. Das wars dann aber auch schon. Daher eignen sich diese großen (Online)-Buchhändler nicht wirklich für den Austausch mit anderen.

Vorteile
  • Rezensionen einfach teilen
  • Ein Profil zum Kaufen und Bewerten von Büchern
Nachteile
  • Vor allem bei großen (Online)-Buchhändlern
  • Keine Interaktion mit anderen Leserinnen

Soziale Netzwerke für Bücherfreunde

Bei sozialen Netzwerken denken wir natürlich vor allem an Facebook, Instagram und Co. Aber wie wäre ein Netzwerk voller literaturbegeisterter Menschen? Spoileralert: Das wäre klasse! Und ich habe gleich zwei für Dich, auf denen Du Dich umsehen kannst.

Lovelybooks

Deutlich mehr Interaktion findest Du auf der Bücherplattform LovelyBooks. Ich habe mein Profil dort seit 2009 und ich bin mal mehr oder weniger aktiv dort unterwegs. LovelyBooks bietet tolle Möglichkeiten sich über Bücher auszutauschen und hat dazu noch zahlreiche andere Features, die Dich zum Lesen animieren. Neben der Möglichkeit Rezensionen zu verfassen, kannst Du dort auch Bücher gewinnen, an Leserunden und Challenges teilnehmen, Lesungen im Livestream schauen, Abzeichen sammeln und vieles mehr. Es gibt auch Tausch- und Wichtelaktionen und Du kannst natürlich Deine eigenen Bücherregale anlegen und verwalten.

Um die Seite nutzen zu können, legst Du Dir ein Profil an, das Du beliebig mit Informationen zu Dir füllen kannst. Und dann kannst Du auch direkt losstöbern. Ein besonderer Pluspunkt ist, dass Du auch direkt mit Autorinnen in Kontakt kommen kannst. Es gibt Leserunden, an denen die Autorinnen selbst teilnehmen und das Feedback der Leserinnen suchen. Da macht das Lesen gleich doppelt Spaß!

Vorteile
  • Du behälst einen guten Überblick über Deine Bücher
  • Zahlreiche Aktionen rund um Bücher
  • Viele begeisterte Leserinnen, mit denen Du Dich austauschen kannst
Nachteile
  • Die mobile Version ist nicht so gut, wie die Website selbst
  • Du musst dein Profil gut und aktiv pflegen, um einen Überblick zu behalten

Goodreads

Goodreads ähnelt in vielen Bereichen LovelyBooks. Die vor allem englischsprachige Seite bietet Dir eine gute Möglichkeit, Deine Bücher schnell und einfach zu verwalten und gleichzeitig kannst Du hier auch mit anderen Leserinnen in Kontakt treten. Auf Goodreads findest Du Empfehlungen, Gruppen und Diskussionen, Quizzes, Interviews, Listen und noch vieles mehr. Auch wenn die Seite vor allem auf Englisch ist, sind deutschsprachige Bücher ebenfalls verfügbar.

Sehr bekannt ist die Jahreschallenge bei Goodreads. Du kannst festlegen, wie viele Bücher Du lesen möchtest und Goodreads sagt Dir, wie viele Bücher pro Woche Du noch lesen musst, um Dein Ziel noch zu erreichen. Außerdem erstellt Goodreads am Ende des Jahres eine sehr schöne Übersicht, über Deine gelesenen Bücher und stellt auch ein paar Fakten dazu dar. Ich nutze Goodreads eigentlich nur, um meine gelesenen Bücher zu tracken und am Ende des Jahres die Statistik betrachten zu können. Dafür habe ich mir die App heruntergeladen. Aber ich bin dort auch mit ein paar Menschen befreundet und ich freue mich zu sehen, was sie gerade lesen oder zuletzt bewertet haben. Das motiviert mich auch selbst mehr zu lesen.

Vorteile
  • Sehr umfangreiche Datenbank
  • Schöne und detaillierte Jahresstatistik
  • Große Community von begeisterten Leserinnen
Nachteile
  • Viele Inhalte sind nur auf Englisch (das muss natürlich kein Nachteil sein)
  • Die App-Funktionen sind eher eingeschränkt

Möglichkeiten in den Sozialen Netzwerke

Auch die üblichen Sozialen Netzwerke bieten Dir die Möglichkeit andere lesende Menschen kennenzulernen und neue Bücher zu entdecken. Auch wenn sich die Blogger-Bubbles (Gruppen von Buchbloggern in den Netzwerken) teilweise zwischen den Netzwerken überschneiden, muss man die unterschiedlichen Seiten/Apps dennoch in ihrer Funktion unterscheiden.

Facebook

Facebook ist eher das soziale Netzwerk von gestern. Trotzdem hat es noch viele Nutzer und vor allem ältere Personen nutzen es. Außerdem bietet es ein paar tolle Möglichkeiten für Leserinnen. Du kannst den Seiten deiner Lieblingsautorinnen, Verlagen und Buchbloggerinnen folgen, um Dir Neuerscheinungen und andere Buchinfos immer direkt anzeigen zu lassen. Außerdem werden dort häufig Veranstaltungen geteilt und gerade in Zeiten der Pandemie findest Du hier ein tolles Online-Angebot für Lesungen. In 2020 habe ich so zum Beispiel meinen Messeplan für die digitale Version der Frankfurter Buchmesse auf Facebook organisiert.

Vorteile
  • Du kannst Dein bestehendes Facebookprofil nutzen oder eine eigene Seite für Deine Blog erstellen
  • Gruppen mit Leserinnen tauschen sich zu verschiedenen Themen aus
  • Übersichtlicher Veranstaltungskalender
Nachteile
  • Du musst Dein Profil gut pflegen, um wirklich Buchcontent angezeigt zu bekommen
  • Nicht Buchspezifisch, viele andere Inhalte überschwemmen die Timeline
  • Datenschutz fragwürdig

Instagram

Mein wohl aktivstes soziales Netzwerk. Unter „Bookstagram“ versammeln sich auf Instagram zahlreiche Büchernarren, die fleißig Empfehlungen schreiben und hübsche Fotos schießen. Du kannst Dein eigenes Profil erstellen und hast die Wahl, ob Du selbst Buchbilder teilen möchtest, oder ob Du lieber Buchbloggerinnen, Verlagen und Autorinnen folgst, um Dir literarische Inspiration zu holen. Oder natürlich beides.

Wenn Du Dein Profil erstellt hast, musst Du am Anfang ein wenig Blut und Schweiß investieren, damit andere Dir folgen. Aber aus meiner Erfahrung ist die Bookstagram-Community sehr offen und heißt neue Accounts gerne willkommen. Leider musst Du bei Instagram sehr regelmäßig aktiv sein, damit andere Deine Beiträge auch sehen. Längere Abwesenheit wird schnell abgestraft und dann musst Du erst mal wieder aktiv werden, damit andere auch wieder auf Deine Beiträge reagieren.

Vorteile
  • Eine tolle Community
  • Direkter Kontakt zu anderen Leserinnen
  • Ästhetische Bilder von Büchern
  • Freie Gestaltungsmöglichkeit für das eigene Profil
Nachteile
  • Regelmäßige Aktivität ist nötig, um aktiven Austausch zu haben
  • Relativ kurze Texte
  • Der liebe (böse) Datenschutz…

Twitter

Bücher besprechen geht auch auf Twitter. Tweets sind natürlich eher kurz, dafür eignet sich die Twitter-Timeline gut, um up-to-date zu bleiben. Die kurzlebigen Tweets informieren zu Neuerscheinungen oder zeigen, was die Buchbubble aktuell bewegt. Während ich bei Twitter war, habe ich viele spannende Diskussionen gelesen und die Plattform ist prima, um Links zu interessanten Beiträgen zu teilen. Außerdem tweeten viele tolle Autoren. Einige Autoren, denen du bei Twitter folgen kannst, habe ich in einem Beitrag gesammelt. Dennoch war mir der Ton auf Twitter einfach zu scharf. Wie bei vielen sozialen Netzwerken herrscht dort manchmal ein rauer Umgangston, daher habe ich mich von dem Netzwerk abgemeldet.

Vorteile
  • Viele kurze Tweets mit Informationen zu Büchern
  • Folge Autorinnen und anderen inspirierenden Personen
  • Teile Links zu spannenden Beiträgen
  • Diskutiere aktiv mit anderen Leserinnen
Nachteile
  • Wenig Zeichen
  • Wenig Möglichkeiten, um zu steuern, welche Tweets Dir angezeigt werden

So viele Möglichkeiten – und nun?

Jetzt kennst Du einige gute Plattformen, um Leserinnen kennenzulernen und Dich über Bücher auszutauschen. Damit hast Du die Qual der Wahl! Ich empfehle mit etwas anzufangen, was sich leicht in Deinen Alltag integrieren lässt. Hast Du vielleicht bereits einen Facebook-Account? Dann suche gezielt nach Buchgruppen, Verlagen und Deinen Lieblingsautorinnen. Oder setze Dich an einem ruhigen Abend hin und erstelle Dir ein Profil bei Lovelybooks oder Goodreads. Hier musst Du nicht ständig reinschauen, sondern kannst, wenn Du Mal ein paar freie Minuten hast, ein bisschen stöbern. Ganz wichtig ist eigentlich nur eins: Was immer Du tust, hab Spaß. Lesen ist schließlich das tollste Hobby der Welt, oder?


Welche Plattformen nutzt Du, um Dich über Bücher zu informieren und auszutauschen?

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