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„Palace of Silk – Die Verräterin“ von C.E. Bernard

Palace of Silk ist der zweite Teil der Palace of Glass-Reihe. Wie auch schon beim ersten Teil habe ich mich während des Lesens mit Janika von Zeilenwanderer.de ausgetauscht und wir konnten unseren kleinen Lesekreis sogar noch erweitern und sind jetzt mit Katy von liebezwischendenzeilen quasi ein Trio. Der Austausch hat richtig Spaß gemacht und ich konnte mich so ein wenig darüber hinwegtrösten, dass ich das Buch doch eher enttäuschend fand. Palace of Glass hat mich auch schon nicht hundertprozentig überzeugen können, aber die Geschichte hatte Potential und so hatte ich an den zweiten Band recht hohe Erwartungen, inwiefern diese sich erfüllt haben, verrate ich euch nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Zum Inhalt von Palace of Silk

Rea Emris kann Gedanken anderer Menschen lesen, wenn sie deren Haut berührt. In England ist das ein schweres Verbrechen und Magdalenen, wie sie eine ist, werden dort gejagt. Deshalb flieht Rea nach Frankreich und möchte in Paris ein ganz normales Leben führen. Das ist allerdings nicht so einfach, denn sie ist die Exfreundin und der ehemalige inkognito Bodyguard des Kronprinzen von England, der zu allem Übel auch noch einen Besuch in Paris angekündigt hat. Rea versucht weiterhin geheim zu halten, dass sie eine Magdalena und gleichzeitig möchte sie sich selbst und ihren Freunden treu bleiben. Und die Ankunft des Prinzen weckt wieder alte Gefühle in ihr. 

Meine Meinung

Eine kleine Warnung vorweg: Ich werde in jedem Fall Teil eins spoilern, aber auch einen kleinen Teil von Palace of Silk. 

Die Handlung von Palace of Silk kommt eher langsam in Gang. Die Anfangsszene ist sehr spannend, aber so geht es leider nicht weiter. Ich hatte eher den Eindruck, dass der zweite Band sich zu sehr an dem ersten orientiert. Auch wenn es in einem anderen Land spielt, gab es sehr viele Gemeinsamkeiten. Beide Länder sind eine Monarchie und es wird sehr viel vom Hof und vom König berichtet. Eine besonders schöne Stelle war für mich der Protestmarsch gegen das Berührungsverbot. Leider war diese Stelle sehr schnell wieder vorbei. Daraus hätte die Autorin meiner Meinung nach deutlich mehr machen können.

Die Protagonisten sind größtenteils dieselben wie in Palace of Glass. Im Vorfeld fand ich es interessant, dass Palace of Silk in Frankreich spielt, denn das ist die Heimat von Blanc, dem Ritter der königlichen Garde und seinen zwei Kollegen, dem Comte und René. Ich habe mich sehr gefreut, dass man mehr über diese drei äußerst interessanten Männer erfährt. Ich finde, dass eine sehr spannende Handlung rund um die Beziehung der drei zueinander entsteht.

Neu eingeführt werden der Roi, der französische König und seine Mätresse Madame Hiver. Die beiden waren zu Beginn sehr rätselhaft. Der Roi benimmt sich wie ein Kleinkind und Madame Hiver scheint jeden zu bedrohen und zeigt niemandem ihr Gesicht. Mir ist sofort aufgefallen, dass Hiver auf Französisch Winter bedeutet und im ersten Band gab es eine Geheimorganisation mit diesem Namen.

Als ich herausfinde, dass Hiver das französische Wort für Winter ist – jene mysteriöse Organisation von Magdalenen, welcher der Weiße König terroristische Angriffe angelastet hat – bin ich erst mal schockiert. Aber zwischen ihnen kann es keine Verbindung geben […].

Rea stellt das auch relativ bald fest, aber verwirft es direkt wieder. Nur um am Ende sagen zu können:

Ich bin fassungslos.

Insgesamt finde ich, dass Rea in diesem ganzen Band eher ein naives Dummchen ist. Sie ist bis über beide Ohren in den Prinzen verknallt, der sie und alle Magdalenen wie Dreck behandelt (und der Rea in Band 1 augepeitscht hat! Aber hey – vergeben und vergessen). Sie ist eigentlich auch eher tatenlos. Was sie leistet ist mehr oder weniger Zufall und sie wird ständig von anderen Menschen beeinflusst. Ich habe das Gefühl, dass sie keine Entscheidung selbst trifft.

Reas Bruder Liam erschien mir da am Anfang hoffnungsvoller, denn er hatte etwas rebellisches an sich und hat dem Prinzen Widerworte gegeben. Aber leider stellt sich am Ende heraus, dass er auch bloß nach der Pfeife von anderen getanzt hat und er lässt sich auch viel zu schnell von Rea den Mund verbieten.

„Nein, Rea.“, protestierte er. „Ich will helfen, ich will…“ „Klappe, Liam.“

Der Spannungsbogen des Buches hat für meinen Geschmack deutlich zu spät angesetzt. Im ersten Band war das auch schon der Fall, aber ich hatte halt die Hoffnung, dass Palace of Glass eher eine Hinführung zu Palace of Silk war. Dieser Eindruck hat sich allerdings nicht bestätigt, denn Band zwei braucht ebenso lang um in Fahrt zu kommen und endet dann aber ziemlich abrupt.

Außerdem konnte mich der Schreibstil des Buches auch nicht wirklich begeistern. Die Ausdrücke waren teilweise etwas hölzern und der Sinn hat sich mir an mancher Stelle nicht erschlossen. Die Autorin konnte damit einfach keine Gefühle in mir wecken und es ging wieder sehr viel um Stoffe und Materialien. Beim großen Showdown passiert seitenlang einfach nichts, weil Rea sich nur im Kopf des Prinzen befindet und an seinen geistigen „Seidensträngen“ rumtastet.

Mein Fazit fällt damit leider nicht rosig aus. Band eins hat noch meine Neugierde geweckt, aber Palace of Silk konnte diese leider nicht befriedigen. Aus dem Thema hätte man viel machen können, aber die Umsetzung ist für mich leider nicht so gut gelungen.

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Liebe Lisa,
ich kann mich dir da leider nur anschließen. Ich hatte auch die große Hoffnung, dass Band 1 lediglich die Einführung in die Geschichte gewesen ist und dass es in Palace of Silk dann so richtig losgeht, was dann ja leider nicht der Fall war.
Ich fand den Ausdruck auch eher mau und sehr speziell. Wie du weißt haben mich besonders die französischen Passagen gestört. Liebe Grüße, Janika

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