„Das heimliche Netzwerk berühmter Frauen“


Zahlreiche Frauen auf der Welt haben wundervolle Dinge erreicht. Manche wurden dafür gefeiert, andere wurden nicht gewürdigt, da die Zeit einfach noch nicht reif für innovative und intelligente Frauen war. In Powerfrauen sammelt Kate Hodges die Geschichten wichtiger Frauen verschiedener Epochen und sie sucht speziell nach Verbindungspunkten und Gemeinsamkeiten.

Das Buch ist sehr liebevoll aufgemacht. Auf jeder Doppelseite wird eine Frau vorgestellt, manche Frauen füllen auch zwei Doppelseiten. Insgesamt könnt ihr hier vierundachtzig wundervolle, grundverschiedene Frauenportraits nachlesen, die alle sehr lesenswert sind.

Manche der Frauen kannte ich bereits, wie zum Beispiel Marie Curie, Emma Watson und Virginia Woolf. Andere waren mir zuvor völlig unbekannt, so wie Chien-Shiung Wu und Remedios Varo.

Eintrag von Virginia Woolf in Powerfrauen
Eintrag Virginia Woolf mit anderen Büchern von beeindruckenden Autorinnen

Eine bunte Mischung

Es ist sehr beeindruckend wie unterschiedlich die vorgestellten Frauen sind. Unter den vierundachtzig Frauen sind manche noch am Leben, andere starben schon vor fast zwei Jahrhunderte. Manche sind oder waren politisch aktiv, andere gesellschaftlich. Einige sind oder waren Wissenschaftlerinnen, Küstlerinnen, Schauspielerinnen; die Liste ist lang und jede einzelne Geschichte ist beeindruckend.

Viele Verbindungspunkte

Kate Hodges legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Verbindungen zwischen den Frauen. Im Vorwort beschreibt die britische Journalistin Lucy Mangan, dass es bei Männern schon immer üblich ist, Kontakte zu knüpfen und sich zu verbinden. Frauen dagegen erscheinen häufig isoliert, weil die zeitlichen Umstände ein starkes Netzwerk von Frauen unmöglich machten.

In Powerfrauen hat Kate Hodges es sich zur Aufgabe gemacht, die Beziehungen und Gemeinsamkeiten zwischen den Frauen aufzuzeigen. Am Ende jedes Eintrags gibt es eine direkte Überleitung zur nächsten Frau, indem die Beziehung zwischen den beiden Frauen kurz erörtert wird. Das gibt dem Buch einen schönen, angenehmen Lesefluss. Außerdem zeigt jeder Eintrag durch aufgemalte Fäden, die sich von der einen zur nächsten Frau spannen, welche Gemeinsamkeiten zu anderen Frauen im Buch bestehen. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen. Ich war häufig überrascht zu lesen, wie die Frauen zueinanderstanden.

Wundervolle Illustrationen

Eintrag Amelia Earhart in Powerfrauen

Die Illustrationen von Sarah Papworth finde ich ganz zauberhaft und sie runden die Leseerfahrung sehr schön ab. Auf jeder Doppelseite findet sich eine Zeichnung der Frau, um die es geht, kleine Bilder der Frauen, mit denen sich Gemeinsamkeiten finden und weitere kleine und größere Bilder, die im Zusammenhang mit der Frau stehen. So wird jede Doppelseite zu einem hübschen, thematisch passenden Unikat und auch neben dem Text gibt es sehr viel zu entdecken.

Warum so ein Buch?

Es lohnt sich das Buch zu lesen, um sich vor Augen zu führen, was Frauen alles erreicht haben. Einige haben zu Zeiten gelebt, als es für Frauen alles andere als üblich war, eine eigene Meinung zu haben und selbst aktiv zu werden. Umso beeindruckender ist es, was sie geschafft haben. Das Buch sammelt beeindruckende Frauen, die wir uns alle als Vorbild nehmen können und bei so vielen verschiedenen Frauen finden wir sicher alle eine Frau, die uns besonders inspirieren kann.

Powerfrauen | Kate Hodges | wbg Theiss | 2019 | 192 Seiten | 26,00€ (D) | übersetzt von Gisella M. Vorderobermeier | illustriert von Sarah Papworth | Hardcover

Zum Weiterlesen:

Starke Autorinnen und starke weibliche Protagonistinnen findet ihr bei meinen Rezensionen zu Frau Einstein und zu Der Report der Magd.

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