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Johannes Böhme haben diesen Frage umgetrieben: Wer war seine Großmutter? Welche Motive hatte sie? Wie ist sie so geworden, wie sie bis zu ihrem Tod war? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat er sich für Das Unglück schreitet schnell auf eine kleine Reise begeben. Er hat Briefe des ersten Lebensgefährten seiner Großmutter, die dieser während seines Einsatzes im zweiten Weltkrieg geschrieben hat, untersucht und auseinandergepflückt; mit besonderem Augenmerk auf alles, was in den Briefen ungesagt bleibt. Ich habe meine Großmutter, solange sie gelebt hat, nie wirklich durchschaut. Ich habe ihre Merkwürdigkeit nicht einordnen können, ihre Marotten fand…

Mit achtzehn hatte ich kein wirkliches Verständnis von den Arten, die ein Übergriff annehmen kann. Ich hatte ein Gefühl dafür, eine Intuition, eine Art Abneigung gegen manche Situation und manche Menschen, aber ich wusste nicht, dass Intuition und Abneigung zählen, wusste nicht, dass ich das Recht hatte, nicht alles und jeden in meiner Nähe zu mögen und ertragen zu müssen. S. 6 *eigene Übersetzung, Originaltext am Ende des Beitrags Anna Burns Roman Milkman gewann im letzten Jahr den Man-Booker-Preis, der damit zum ersten Mal nach Nordirland geht. Ihr faszinierendes Buch hat den Preis mehr als verdient und ich bin wirklich…

Irgendwie abgedreht, spannend aber auch etwas langatmig. So würde ich Annika Scheffels Roman Hier ist es schön beschreiben. Zum Inhalt von Hier ist es schön Sam und Irma wurden auserwählt, um den Fortbestand der Menschheit im Weltall zu sichern. Darauf wurden sie zehn Jahre lang vorbereitet. Irma wünscht sich nichts sehnlicher als der langweiligen, zugrundegehenden Welt zu entfliehen und endlich ein Abenteuer zu erleben. Sam kann sich mysteriöserweise nicht an sein Leben erinnern und hat überhaupt keine Vorstellung von der Welt, aber er kennt die Mission und ist ihr verschrieben. Das sollen jedenfalls alle denken. Doch in Wahrheit muss er…

Unverhofft kommt oft – Diese abgedroschene Redewendung beschreibt sehr gut mein Zusammenkommen mit Matt Haigs Roman Reasons to Stay Alive (dt. Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben). Seit ich Matt Haig auf Twitter folge, habe ich bei jedem Tweet von ihm ein stetes Kaufbedürfnis. Seine Tweets sind intelligent, durchdacht und thematisieren häufig wichtige, wenig beachtete Probleme der Gesellschaft, wie zum Beispiel die gesellschaftliche Vorstellung von Männlichkeit oder mentale Gesundheit.

Léon und Louise ist eine besonders schöne Liebesgeschichte, die ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu Ende gelesen habe. Sie beginnt mit der Beerdigung von Léon Le Gall, führt die Leser dann zurück zum 17-jährigen Léon während des endenden ersten Weltkrieges von wo aus wir das Leben von Léon und seine Beziehung zu Louise mitverfolgen können. Léon drehte sich um. Was er sah, war eine junge Frau auf einem alten, ziemlich rostigen Herrenfahrrad, die locker aufrecht im Sattel saß und rasch näher kam; das Quietschen wurde offenbar durch das rechte Pedal verursacht, das bei jeder Umdrehung das Blech des…

Töchter war seit längerem mal wieder ein echtes Wunschbuch auf das ich mich sehr gefreut habe. Auf Instagram habe ich sehr viel darüber gelesen und es ist mir wirklich häufig empfohlen worden. Deshalb habe ich es mir letzten Monat gekauft und nachdem ich erst mal angefangen hatte, habe ich es auch sehr schnell durchgelesen. Zum Inhalt von Töchter Martha und Betty sind um die vierzig und machen sich mit Kurt, dem sterbenden Vater von Martha, auf den Weg in die Schweiz, wo er seinen Tod geplant hat. Allerdings kommt es anders und die drei machen sich in Kurts altem Wagen…

Dennis Lehanes neuer Krimi ist für mich gleichzeitig das erste Buch von Lehane gewesen und nach allem was ich mittlerweile so im Internet gelesen habe, ist es vielleicht nicht das beste Buch um Lehane lieben zu lernen. Aber von vorne: Wer bin ich? Das ist die zentrale Frage mit der sich die erste Hälfte des Buches beschäftigt. Rachel Childs ist erwachsen, ihre Mutter ist tot, ihr Vater ist unbekannt, weil ihre Mutter Rachel zu Lebzeiten darüber im Unklaren gelassen hat wer ihr Erzeuger war. Der zwanghafte Drang Rachels Mutter, ihre Tochter von sich abhängig zu machen, haftet Rachel noch immer…

Der Herbst ist perfekt geeignet für ein paar ruhige, gemütliche Lesestunden. Draußen wird es kälter (also irgendwann mal), drinnen kann man dafür ein paar Kerzchen anzünden und sich in eine bequeme Decke kuscheln. Dafür müssen natürlich die richtigen Bücher her und da mach ich mir so meine Sorgen. Im August und besonders im bisherigen Verlauf des Septembers habe ich schon drei Bücher gelesen, die mich total begeistert haben. Da muss der Herbst schon mit einem ordentlichen Angebot aufwarten, damit meine Lesebegeisterung noch ein bisschen anhält. Darum habe ich mich ein bisschen umgesehen und schon mal eine kleine Liste mit Büchern…

Ein Buch wie Unorthodox habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist die reale Geschichte von Deborah Feldman, die davon erzählt wie es ist in einer strenggläubigen, jüdischen Gemeinde in Williamsburg aufzuwachsen und wie man es schaffen kann, von dort zu entkommen. Das plötzliche Gefühl einer friedlichen Auflösung überkommt mich, die altüberlieferte Offenbarung, die angeblich eintritt, wenn jemandes Buße angenommen wurde. Ich weiß instinktiv, dass ich nicht so hilflos bin, wie einige es sich wünschen, dass ich es von mir selbst denke. In der Unterredung zwischen Gott und mir bin ich nicht unbedingt machtlos. (S. 158) Wie ein eigener…

Diese Buch landete durch Zufall in meinem Bücherregal. Bei einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Diogenes-Verlags auf der Litblogcon wurde mir das Buch so wärmstens empfohlen, dass ich einfach nicht anders konnte als es mitzunehmen. Und wenn ein Diogenes-Buch bei mir einzieht, muss es natürlich auch gelesen werden. Das habe ich bisher selten bereut und so war auch Sommerfrauen Winterfrauen wieder ein großes Lesevergnügen. New York, New York Was Menschen einander zufügen, interessiert mich am wenigsten in New York. Man lebt in einer Arterie von vielen Kilometern Durchmesser, durch die Blut, Müll, Erinnerung und Scheiße fließt. In New York muss…