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Von guten und schlechten Enden bei Buchreihen

Als passionierte Fantasyleserin sind mir natürlich viele Buchreihen bekannt. Ich liebe Fanstasy-Buchreihen, da man über mehrere Bände hinweg eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen kann und so lange mitfiebert, dass sich das Aufschlagen eines neuen Bandes wie Heimkommen anfühlen kann. Aber wie alles im Leben muss eben auch jede Buchreihe mal enden und das kann ein ganz schöner Schock für viele Fans sein. Da stellt sich mir als Leserin doch die Frage, wie so ein Reihen-Ende eigentlich beschaffen sein muss, damit wir Leser zufrieden sind. Sicherlich gibt es da kein Patent-Rezept, aber ich weiß ziemlich genau, wie Buchreihen enden müssen, damit ich mit der Reihe meinen Frieden machen kann und begeistert den Buchdeckel zuklappe. Diese Einsichten möchte ich hier gerne mit dir teilen.

Der letzte Band

Das letzte Buch einer Reihe sollte auf jeden Fall eine Sonderstellung einnehmen. Kein Leser liest gerne den aufgewärmten Brei der anderen Teile, deshalb mag ich es sehr gerne, wenn sich das Buch auch vom Setting her von den anderen Teilen unterscheidet. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Harry Potter-Reihe, bei der Harry, Ron und Hermine im letzten Band nicht mehr in Hogwarts sind, sondern durch England reisen. Das hat mir sehr gut gefallen, da es unsere Lieblingsprotagonisten nochmal in einer anderen Situation zeigt.

Highlights

Bei allem Neuen muss ein letzter Band aber auf jeden Fall auch alle Highlights der bisherigen Bände noch mal aufgreifen. Schließlich erwarten wir als Leserinnen und Leser, dass auch unsere Lieblingsnebencharaktere nochmal einen Auftritt haben. Um bei den Harry-Potter Beispielen zu bleiben denke ich dabei zum Beispiel an Dobby, an Drachen und an alle Aurorinnen und Auroren, die am Ende im Krieg mitkämpfen.

(Un-)Happy End

An sich mag ich lieber Happy Ends bei Buchreihen. Wer liest schon gerne fünf Bände, damit dann schließlich alles vor die Hunde geht? Dennoch muss der Abschlussband einer Reihe auch schon etwas opfern. Viele Fantasy-Reihen enden mit einem Krieg oder einem Kampf. Da ist es für mich klar, dass das eben bedeutet, dass jemand stirbt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich bei dem letzten Buch einer Reihe auch mal weinen muss, weil die Ereignisse so traurig sind. Das schließt ein Happy End ja nicht aus, sondern es macht es am Ende umso wertvoller, dass trotz der erlittenen Verluste das Glück der Protagonisten möglich ist. Buchreihen, bei denen mich der letzte Band nicht schockiert, waren es echt nicht wert gelesen zu werden. Natürlich muss in einer Liebesroman-Reihe niemand sterben, aber auch hier ist es möglich, die Fans nochmal emotional aufzuwühlen, bevor die Reihe zu Ende geht.

Kein offenes Ende, bitte!

Wenn ich einen Roman mit hundertfünfzig Seiten lese, kann ich ein offenes Ende verkraften. Dann denke ich mir eben die fehlenden Elemente und stelle mir vor, wie es ausgehen könnte. Wenn ich eine fünf-Bändige Buchreihe mit mehr als zweitausend Seiten lese, dann hatte der Autor oder die Autorin mehr als genug Platz, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Da wünsche ich mir einfach, dass ich das Buch zuklappe und mir denke: „Puhhh, das muss ich verdauen“ und dann gehe ich das Ende im Kopf durch, wende es in meinen Gedanken und überlege, wie ich mich damit fühle. Dann möchte ich nicht mehr spekulieren müssen, was hätte passieren können, sondern ich möchte knallharte Fakten, die ich dann mit anderen Bücherwürmern nach dem Motto „OH-MEIN-GOTT! HAST DU … GELESEN?!“ ausdiskutieren kann.

Ausblick in die Zukunft?

Bei vielen Buchreihen haben wir am Ende noch Ausblick, der Jahre später spielt. Für mich ist das optional. Ich lese gerne, wie die Geschichte weitergeht, auch nach dem großen, spannenden Finale noch. Aber ein fehlender Ausblick ist für mich auch akzeptabel. Wichtig ist für mich eher, dass es am Ende noch mal eine ruhige Szene gibt, in der die Protagonisten über das Geschehen reflektieren und zeigen, wie sie sich jetzt fühlen. Dann muss ich auch nicht sehen, wie ihr Leben in fünf, zehn oder zwanzig Jahren aussieht.

So viel zur Theorie eines guten Buchreihen-Endes. Ich habe auch noch ein paar Beispiele für euch, allerdings gehen die natürlich nicht ohne SPOILER.

Achtung ab jetzt folgen SPOILER zu verschiedener Buchreihen. Du kannst immer an der Überschrift erkennen, um welche Reihe es geht und entscheiden, ob du es lesen möchtest oder nicht.

Harry-Potter-Reihe (SPOILER)

Die Harry Potter-Reihe endet nach sieben grandiosen Büchern echt phänomenal. Ich habe beim Lesen gelacht und gelitten, aber ich habe jede Seite geliebt. Wie ich oben schon beschrieben habe, war das Setting mal ganz anders, weil es nicht in Hogwarts spielt. Dennoch ist Hogwarts natürlich das Setting für das große Finale. Es gibt so viele geniale Elemente, dass das ein ganz eigener Beitrag werden könnte, deshalb beschränke ich mich mal auf drei Dinge. Zum einen gefiel mir sehr gut, dass Harrys Eltern und alle anderen Verstorbenen durch den goldenen Schnatz am Ende nochmal eine wichtige Rolle erhielten. Da kann man eigentlich nur ein paar Tränchen in den Augen haben. Ein weiteres Highlight war McGonagall, die Harry, Ron und Hermine im Kampf tatkräftig unterstützt. Und zu guter Letzt ist da natürlich noch die Aufklärung auf welcher Seite Snape denn nun eigentlich steht. Alles in allem ist dieses Reihenende fantastisch ausgearbeitet, sowie die ganze Reihe.

Twilight-Reihe (SPOILER)

Ein für mich negatives Beispiel ist die Twilight-Reihe. Da passiert im letzten Band leider eindeutig zu wenig. Ich war großer Fan der Reihe, als ich noch zur Schule ging, aber das Ende von Bis(s) zum Ende der Nacht hat mich schon damals schwer enttäuscht. Alles bereitet auf den großen, finalen Kampf vor, alle Vampire werden versammelt, sogar die Werwölfe bereiten sich vor. Es gibt Fluchtpläne und Kampftraining. Da erwarte ich natürlich den großen Knall. Der bleibt in dem Buch allerdings aus, denn Alice und Jasper haben einen anderen Weg gefunden, in dem nur simuliert wird, was passieren würde. Ich kam mir ehrlich gesagt ziemlich verarscht vor und habe es immer noch in schlechter Erinnerung.

Palace of Glass-Reihe (SPOILER)

Diese Reihe toppt allerdings alles. So ein schlechtes Ende habe ich wirklich noch nirgendwo gelesen und ich hätte wirklich ausrasten können. Das Ende ist einfach keins. Es ist vielmehr als wäre mitten im Buch einfach ein Punkt und alle Seiten danach rausgerissen. Es fehlt der quasi der Höhepunkt des Buches und es ist kein bisschen klar, ob das Buch jetzt positiv endet oder negativ. Diese Buchreihe baut sehr langsam eine große politische Revolution vor. Wenn es im dritten Band endlich so weit ist, dass die Revolution losgehen kann, ist einfach Schluss. Die Autorin gibt keinen Aufschluss darüber, ob es jetzt funktioniert oder ob vielleicht alle sterben. Damit bin ich leider absolut unzufrieden, so wie noch mit anderen Aspekten in Palace of Glass, Palace of Silk und Palace of Fire.

Das Reich der Sieben Höfe-Reihe (SPOILER)

Diese Reihe hat meiner Meinung nach ein sehr schönes Ende. Es geht ordentlich zur Sache und beschönigt nichts. Es ist aber auch nicht zu schockierend. Stattdessen ist es eine sehr schöne Mischung aus Kriegsopfern und glücklichen Ereignissen, die für ein Happy End sorgen. Die Novelle, die danach erschienen ist, hätte es für meinen Geschmack aber nicht gebraucht.

Will & Layken-Reihe (SPOILER)

Das ist jetzt mal kein Fantasy-Roman, aber es ist auch eine meiner Lieblingsbuchreihen – zumindest die ersten zwei Teile. Band drei ist an dieser Stelle für mich nur noch Geldmacherei. Und leider sehe ich das mittlerweile häufiger in Romance-Buchreihen. Weil wir uns Lieben, der dritte Band der Will & Layken-Geschichte beinhaltet keinerlei neue Erkenntnisse oder Handlungen. Stattdessen erzählt Will nach dem Happy End in Band zwei wie er die Ereignisse des ersten Bandes erlebt hat. Quasi Band 1 wiedergekäut aus Wills Sicht. Das gleiche Phänomen findet ihr auch bei Grey, dem sozusagen vierten Band der Shades of Grey-Reihe, in dem Band eins aus männlicher Sicht erzählt wird. Das kann man sich halt auch sparen … es sei denn man verdient gut daran, aber das heißt noch lange nicht, dass ich das dann auch lesen möchte.

 

Wie stehst du zum Ende von Buchreihen? Im Oktober erscheint der letzte Band der Throne of Glass-Reihe auf Englisch und ich bin sehr gespannt, wie Sara J. Maas diese Reihe zu Ende bringen wird. Welche Reihenenden haben dir besonders gut/überhaupt nicht gut gefallen?

 

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Ich stimme dir zu: So ein Finale muss liebgewonne Figuren zurück bringen, natürlich spannend sein, man muss weinen können und das Ende sollte abgeschlossen sein – Ob das nun Happy End oder nicht Happy End ist, ist für mich erstmal untergeordnet. Generell sollte es einfach ein episches Finale geben, das einem in Erinnerung bleibt. Harry Potter ist für mich auch ein postives Beispiel, denn das letzte Buch habe ich genauso geliebt, wie die Vorgänger und war traurig, als ich durch war, sodass ich es gleich nochmal gelesen hatte.

Bei Twilight habe ich mich schon beim Film veräppelt gefühlt, dass das jetzt alles nur simuliert war. Jedoch war ich generell kein großer Fan der Reihe. Die Bücher habe ich mit Band 2 abgebrochen, die Filme fand ich zwar besser, aber jetzt auch nicht der Knaller. Wollte die Reihe dann halt einfach beenden.

Gut gefallen hat mir hingegen wieder Die Tribute von Panem, auch wenn das Ende da die Meinungen spielten. Aber ich mochte dieses Ende, dass doch kein klassisches Happy End ist, das passt für mich gut zum Ton der kompletten Reihe.

Ein negatives Beispiel wäre hingegen „Die Bestimmung“, einfach weil sich das Buch so gezogen hat, es bis zur Mitte viel zu wenig Action gab und man sich auch mit den Dialogen und der Hauptaussage im Kreis gedreht hat. Es gab zwar ein paar gute Ansätze, aber die wurden halt nur Stiefmütterlich behandelt, sodass ich hier nicht überzeugt war.

Mit anderen Reihen muss ich hingegen erst noch loslegen, habe noch ungelesen Das Juwel im Schrank stehen, sowie den ersten Band der roten Königin, mal schauen ob die mich begeistern werden. Andere Reihen die ich lese sind hingegen noch weit von ihrem Ende entfernt, vor allem im Bereich Krimi.

Liebe Lisa,
das ist ja ein toller Beitrag. Ich teile deine Meinung übrigens in allen Punkten. Offene Enden finde ich nur bedingt gut und ich liebe es, wenn Figuren in Romanen reisen. Generell. Das dürfen sie auch schon vor dem finalen Band machen 🙂 Immer das gleiche Setting ist langweilig.
Ich finde bei der »Weil ich Layken liebe« Reihe nur den ersten Teil gut. Den zweiten habe ich nach der Hälfte abgebrochen, weil ich die Story schlichtweg an den Haaren herbeigezogen fand. Will und Lake lieben sich so sehr, sie haben so viel durchgestanden und alles gemeistert. Und dann gibt’s im zweiten Band so ein kindisches Drama? Ich fand das alles total unnötig 😀
Alles Liebe,
Janika

Toller Beitrag. Ich denke auch, dass der Abschluss immer hohe Erwartungen erfüllen muss. Wichtig finde ich da auch, dass das Ende wirklich abgeschlossen ist, denn wenn es zu offen ist, fühle ich mich etwas verarscht, muss ich sagen. Dabei muss nicht jede Frage beantwortet sein, aber zumindest die Grundsituation muss klar sein. Diese „x Jahre später“ Kapitel mag ich allerdings nicht so, weil das oft einfach nicht nötig ist. Wenn am Ende alle „glücklich“ sind, dann brauche ich nicht noch einen Beweis, dass das für immer so bleiben wird oder sowas.
Bei Twilight ging es mir genau wie dir, das endete für mich mit einem großen „Wie, echt jetzt?“ und das ist wirklich keine Art, auf die eine Reihe in Erinnerung bleiben sollte. Hier hat die Autorin sich wahrscheinlich einfach nicht getraut, Verluste und Charaktertode zu riskieren und das merkt man sehr.
Was Palace of Glass angeht, so kommt mir das etwas bekannt vor, auch wenn ich die Reihe nicht gelesen habe. Das ist leider etwas, was viele Dystopien machen. Die Protagonisten versuchen, das System zu verändern, aber ob das dann gelingt, erfährt man oft gar nicht, weil der Fokus der Geschichte oft umschwenkt und dann hat man eben ein Happy End, wenn die Hauptfigur sich glücklich verliebt – die Revolution spielt dann plötzlich keine Rolle mehr.

[…] von Romantastisch hat sich mal mehr Gedanken gemacht über das Ende von Fantasy Buchreihen und ich habe selbst mal darüber nachgedacht, was ich so bevorzuge. […]

Bei Einzelbänden mag ich offene Enden, bei längeren Reihen habe ich es liebe, wenn die Fäden am Ende genüpft sind. Bei city of bones war mir fast zu kitschig.

Bei der delirium Trilogoie mochte ich das offene Ende.

Bittersüß war das Ende der Legend Triologie, das immer noch zu meinen Lieblingsenden gehört. Ohne den Ausblick in die Zukunft wäre es blöd gewesen, aber so war es perfekt 🙂

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