„Herkunft“ von Saša Stanišić war für mich ein ziemlich kompliziertes Buch.

Der Klappentext verspricht ein ein „Selbstportrait mit Ahnen“ und das Scheitern desselbigen. Nur irgendwie kam bei mir vor allem das Scheitern an. Die bruchstückhafte Erzählweise hat es mir zeitweise wirklich schwer gemacht der Geschichte zu folgen.

Viele Vergleiche haben sich mir irgendwie auch nach mehrmaligem Lesen nicht erschließen wollen und gerade am Anfang hat mich das mehr und mehr frustriert.

Gleichzeitig gibt es aber immer wieder sehr aufschlussreiche Stellen über die Bedeutung von Heimat, über die Hürden, die einem in den Weg gelegt werden, wenn man die eigene Heimat verlässt und einen neuen Ort „Zuhause“ nennen möchte. An diesen Stellen habe ich mich wieder mit dem Buch versöhnt, nur um durch Ort – und Zeitsprünge wieder aus dem Lesefluss gerissen zu werden.

Uneingeschränkt begeistert bin ich allerdings vom Ende des Romans. Stanišić gibt uns auf den letzten Seiten die Möglichkeit selbst das Ende der Geschichte zu wählen. Möchten wir der Realität ins Auge sehen oder lieber noch eine Weile weiter träumen? Das liegt an uns.

Warum ausgerechnet Herkunft den Deutschen Buchpreis gewinnen musste, weiß ich nicht. Aber das weiß ich bei solchen Preisen ohnehin nie. Von den nominierten Romanen habe ich noch Miroloi, Winterbienen und Vater Unser gelesen und alle drei haben mir besser gefallen als Herkunft.

Herkunft | Saša Stanišić | Luchterhand Verlag | 18.03.2019 | 368 Seiten | 22,00€ (D) | Hardcover

Den Roman habe ich von Netgalley als Rezensionsexemplar erhalten.

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